Ludwig Manfred Lommel
1891 - 1962

Ein schlesischer Komiker




Er war einer der ganz großen Stars unter den Rundfunk- und Schallplattenkomikern der 1930er Jahre. Niemand konnte so grandiosen, unbeschwerten Quatsch mache wie er. Und wirklich niemand konnte sich selbst mit den verschiedensten Stimmen dermaßen gekonnt ins Wort fallen (und das ganz ohne technische Hilfsmittel) wie er.

Populär wurde er in der Rolle des schlesischen Eulenspiegels Paul Neugebauer, dem Chef des fiktiven Radiosenders "Runxendorf auf Welle Nullkommafünf" ("Vergessen Sie nicht, Ihren Anntennerich zu beerdigen!").
Das Rundfunkstudio befand sich in dem gleichnamigen ebenfalls erfundenen schlesischen Ort, und es konnte schon mal passieren, dass während einer Aufnahme Pauls Hühner gackernd vor's Mikrofon hüpften.

Paul war ein echter Tausendsassa, aber selbst er hätte niemals alleine einen Rundfunksender betreiben können. An seiner Seite agierte deshalb seine Frau Pauline, die immer das letzte Wort haben wollte, und für die natürlich unentbehrliche Musik war der Kutscher Hermann verantwortlich.  Ebenfalls von Lommel gesprochen wurde der chronisch erkältete Kantor Stockschnupfen und der blasierte Schlossherr Rülps von Knullrich.

Außerdem imitierte Lommel äußerst gekonnt und witzig Musik-Instrumente und Geräusche.

Er schrieb auch mehrere Bücher, im Film konnte er allerdings nie so recht Fuß fassen.

Eine kürzlichst erschienene Abhandlung über Flüsterwitze und Kabarett während des Hitler-Regimes bezeichnet Lommel als
linientreuen NS-Komiker, was er aber ganz sicher nicht war, vielmehr war er mit seinem höheren Blödsinn einfach unpolitisch.

Nach dem Krieg trat Lommel hauptsächlich live vor Publikum auf.
An seinem 65.Geburtstag wurde er als "Wahrer und Hüter des deutschen Volkshumors" mit dem Bundesverdienstkreuz 1.Klasse ausgezeichnet.

Er starb während einer Tournee am 19.09.1962 in Bad Nauheim in Alter von 71 Jahren.

Seine zahlreichen Schallplattenaufnahmen sind eines der letzten Zeugnisse der wohl in Kürze vollständig ausgestorbenen schlesischen Mundart.

 

Das Foto und die Widmung stammen aus meinem Privatarchiv.

 

 

Wer noch mehr über Ludwig Manfred Lommel erfahren möchte,
dem sei www.lmllommel.de empfohlen
.
(Beachten Sie dazu bitte den Haftungsausschluss im Impressum!)

 

 

 


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